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Februar: Queer History Month

Unser Aachener Schlau-Projekt gibt es schon viele Jahre. Damals entstand es aus der Idee, dass präventiv gegen die Diskriminierung von LSBTQ*-Personen gearbeitet werden sollte. So ein Projekt auf die Beine zu stellen, war aber nur durch viele historische Bewegungen möglich. Einige davon sind Teil unserer „Queer History“-Methode.

Die Aufgabe bei dieser Methode ist, verschiedene Ereignisse aus der LSBTQIA*-Geschichte auf einem Zeitstrahl anzuordnen. In einer schwierigeren Version müssen die Ereignisse den genauen Jahreszahlen zugeordnet werden. Hier sind ein paar Beispiele für Dich. Die Antworten gibt es am Ende der Seite.

In Deutschland findet die erste geschlechtsangleichende chirurgische Operation statt.

– Weißt Du, wann das war?

„Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“

– Weißt Du, wann dieses Zitat erschien?

Paragraf 175 StGB, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellt, wird endgültig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

– Weißt Du, wann das war?
Foto: Anna Spindelndreier

Hier findest du die Antworten:

„In Deutschland findet die erste geschlechtsangleichende chirurgische Operation statt.“

1930

Lili Elbe, geboren 1882 als Einar Mogens Wegener, war die erste Person, die sich einer geschlechts-angleichenden OP unterzogen hat. Lili Elbe wurde sowohl mit männlichen als auch mit weiblichen Organen geboren, dies bezeichnet man als Intersex oder auch inter*.

Das Institut für Sexualwissenschaft von Magnus Hirschfeld in Berlin führte die ersten geschlechtsangleichenden Operationen durch. Lili Elbes weitere Eingriffe erfolgten in der Dresdener Frauenklinik. 1931 verstarb Elbe, vermutlich an einer Transplantatabstoßung.

„Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“

1949

Die französische Philosophin und Feministin Simone de Beauvoir formulierte diesen Kernsatz in ihrem bekannten Werk „Das andere Geschlecht“. Sie gilt als Vordenkerin der Geschlechterforschung und geht von einem Geschlechtsbegriff aus, der sich nicht (ausschließlich) biologisch, sondern vor allem sozial herleiten lässt.

„Paragraf 175 StGB, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellt, wird endgültig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.“

1994

Nach 120 Jahren, erst im Zuge der Rechtsangleichung nach der Vereinigung beider deutscher Staaten, wurde 1994 der §175 endgültig aus dem deutschen Strafrecht getilgt. In der DDR strich man den §175 im Jahr 1968 aus dem Strafrecht und ersetzte ihn durch §151. Gleichgeschlechtliche, sexuelle Handlungen unter Erwachsenen waren nun nicht mehr strafbar; homosexuelle Handlungen von erwachsenen Männern und auch Frauen mit Jugendlichen wurden jedoch weiterhin unter Strafe gestellt. §151 wurde 1988 ersatzlos gestrichen. 2017 hat der Bundestag die Rehabilitierung der Personen beschlossen, die nach dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen strafrechtlich verfolgt oder verurteilt wurden.

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